Unser Glück
Heute sind wir zu dritt. Wir haben einen geliebten, gesunden Sohn. Alles geschah so schnell, dass selbst wir anfangs kaum glauben konnten, was uns widerfahren war.
Ich glaube, dass es während des gesamten Prozesses auch sehr wichtig ist, Ruhe zu bewahren. Ich weiß, dass es vielleicht schwer zu glauben ist, aber wir sind tatsächlich gerne zur Klinika Bocian gefahren. Ich denke auch, dass wir den für uns richtigen Arzt gefunden haben. Ich erinnere mich gerne an diese Zeit zurück. Da war dieses Gefühl der Ruhe. Wir machten ein wenig Sightseeing und versuchten, uns nicht selbst unter Druck zu setzen, indem wir ständig daran dachten, dass es unbedingt funktionieren müsse. Natürlich wünschten wir es uns tief im Inneren mehr als alles andere, aber wir hatten beinahe Angst, es laut auszusprechen.
Wir wussten beide, was der andere dachte, aber irgendwie verständigten wir uns fast ohne Worte. Aus Angst, unsere tiefsten Hoffnungen auszusprechen, legten wir unseren Weg in die Hände eines anderen und glaubten daran, dass wir auf den für uns richtigen Weg geführt würden – unabhängig davon, wie er enden würde.
Still betete ich darum, dass dieser Tag zum glücklichsten Tag unseres Lebens werden würde … Und genau so kam es.
Ich bereue nicht, dass wir nicht früher gehandelt haben, und ich betrachte es auch nicht so, als hätten wir etwas versäumt. Es sollte einfach genau so geschehen. Das war unser Weg – und ich glaube, dass es ein sehr glücklicher Weg war.
Einen solchen Weg wünsche ich jedem von euch – auch wenn er lang und schwierig sein sollte, möge er euch am Ende zu eurem Traum führen.